Warum sind manchmal Läuse auf Bio-Salat?
Läuse auf Bio-Salat sind erst mal ein kleiner Schreckmoment. Das verstehen wir. Niemand packt seine Biokiste aus und freut sich über kleine Mitbewohner am Salatblatt.
Trotzdem gehört genau dieses Thema zu ehrlichem Bio-Anbau dazu. Salat wächst draußen. Mit Wetter, Boden, Nützlingen und manchmal eben auch mit Blattläusen. Im ökologischen Anbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt. Das ist gut für Umwelt, Wasser, Bodenleben und Artenvielfalt. Es bedeutet aber auch: Natur bleibt sichtbarer.
Gerade bei warmer Witterung können sich Blattläuse schnell vermehren. Wenn dann natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen nicht im gleichen Tempo hinterherkommen, sieht man das manchmal am Salat. Besonders Kopfsalat, Batavia, Eichblatt oder andere zarte Sorten bieten viele Blattunterseiten und kleine Verstecke.
Das heißt nicht, dass der Salat schlecht ist. Es heißt: Er ist ein echtes Naturprodukt.
Warum nehmen wir nicht einfach immer anderen Salat?
Natürlich könnten wir in schwierigen Phasen schneller sagen: „Der Salat sieht nicht perfekt aus, den nehmen wir nicht.“ Dann müssten unsere regionalen Bio-Bauern aber auf der Ware sitzen bleiben. Und genau das wollen wir nicht.
Wir arbeiten mit verbindlichen Abnahmen. Das bedeutet: Unsere Erzeuger können besser planen, säen, pflanzen, ernten und wirtschaften. Sie wissen, dass wir nicht nur dann an ihrer Seite stehen, wenn jedes Blatt aussieht wie aus dem Katalog. Diese Sicherheit ist wichtig, damit regionale Bio-Landwirtschaft überhaupt überleben kann.
Dazu kommt: Ein Salat mit ein paar Läusen ist nicht automatisch schlecht. Wenn wir solche Ware pauschal aussortieren würden, nur weil sie optisch nicht perfekt ist, würden wir Lebensmittelverschwendung unterstützen. Das passt nicht zu unserem Verständnis von Bio.
Heißt das, dass ihr alles hinnehmen müsst? Nein. Stark befallene oder nicht mehr zumutbare Ware soll natürlich nicht bei euch landen. Aber bei kleinen Unperfektheiten brauchen wir euch als Teil dieser Idee. Wenn wir regionale Bio-Bauern erhalten wollen, müssen wir gemeinsam ein Stück weg von katalogperfekter Ware.