Liebe Birte, lieber Michael,
danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, uns einige Fragen zu beantworten:
Wie und wann seid ihr eigentlich zur Landwirtschaft gekommen – war das schon immer euer Plan oder eher ein Bauchgefühl?
Als wir uns mit Ende 30 kennengelernt haben, war relativ schnell klar, dass wir uns zusammen etwas aufbauen wollen. Unsere beiden Leidenschaften – die Leidenschaft für Landwirtschaft und für die Produktion von Lebensmitteln passen einfach so gut zusammen, dass wir etwas daraus machen wollten und anstelle immer zu träumen es auch umsetzen wollten. So haben wir allen Mut zusammengenommen und uns einfach getraut. Wir haben von zuhause aus keinen elterlichen Betrieb und haben deswegen nach intensiver Planung einen eigenen Betrieb erworben und Stück für Stück wieder zum Leben erweckt. So ist innerhalb von 3 Jahren aus einem leerstehenden Betrieb ein Bio-Milchviehbetrieb mit ca. 100 Milchkühen, eigener Nachzucht, 2 Schweinen, 2 Ponys und 2 Dackeln geworden. Manchmal müssen wir uns kneifen um zu verstehen, dass das wirklich wahr geworden ist. Wir sind aber immernoch auf der Reise und wachsen Tag für Tag an unseren Herausforderungen.
Was fasziniert euch an euren Kühen – und erkennt ihr die wirklich alle beim Namen?
Wir lieben unsere Kühe. Sie sind Teil der Familie. Und es ist unfassbar schön zu sehen, wie im Laufe der 3 Jahre eine echte Herde entstanden ist. Wir kennen unsere Kühe – jede hat ihren eigenen Charakter. Und so entstehen auch die Namen der Kühe. Durch gemeinsame Geschichten und Erlebnisse. „Bello“ ist uns schon als Kalb hinterhergelaufen wie ein Hund – schnell war der Name klar. Dann gibt es noch Gerda, Möhrchen, Florenz, Hilde und Co…
Wie kam es dazu, dass ihr euren eigenen Käse macht – und wie realisiert ihr das bei euch auf dem Hof?
Während Michaels Leidenschaft die Kühe und die Landwirtschaft sind, ist es bei Birte die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln und die Vermarktung der Produkte. So war auch schnell klar, dass wir einen Teil unserer Milch auch direkt vermarkten wollen. Und es gibt kaum ein tolleres Produkt als Käse! Da uns selber aber die produktionstechnischen Möglichkeiten auf dem Hof fehlen, haben wir uns auf die Suche nach einen Partner gemacht, der aus unserer Milch hochwertigen Bio-Käse produzieren kann. Und sind schnell auf die mobile Käserei May gestoßen, die mit enormer Expertise tollen Bio-Käse produzieren. Die mobile Käserei kommt zu uns, produziert aus unserer Milch Käse und nach der Lagerzeit erhalten wir den fertig gereiften Käse zurück. Eine tolle Geschichte und ein super Partner.
Warum war für euch klar: Wenn Landwirtschaft, dann Bio?
Tierwohl steht bei uns an erster Stelle. Wir wollen, dass es unseren Tieren gut geht und die ökologische Landwirtschaft legt da den für uns passenden Fokus drauf. Durch die hofnahen Grünlandflächen und die schattenspendende Wallheckenlandschaft können wir zudem unseren Tieren problemlos den Zugang zu Weiden ermöglichen, wie es die ökologische Landwirtschaft fordert. Wir haben zudem in Weideschutzzäune investiert, wodurch auch schon unsere Kälber und Rinder auf den Weiden grasen können. Auch der Verzicht von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln ist aus unserer Sicht ein wichtiges Element zum aktiven Naturschutz unserer schönen ostfriesischen Landschaft.
Seit Mai gibt es eueren Käse beim Bioboten –was schätzt ihr an der Zusammenarbeit?
Wir freuen uns riesig über die Zusammenarbeit! Das Bioboten-Konzept, den Menschen der Region zu ermöglichen, sich gesund, nachhaltig und fair zu ernähren mit lokalen Lebensmitteln ist mega. Und wir sind gerne Teil davon und freuen uns, den Biobote-Kunden in Ostfriesland und Umgebung unseren Käse vorzustellen.