Was macht Jerseymilch so besonders?
Kleine Kuh, große Milchqualität
Jersey-Kühe stammen ursprünglich von der Kanalinsel Jersey im Ärmelkanal. Sie sind kleiner als Holstein-Kühe, haben große Augen, gelten als robust und sind bekannt für eine Milch, die besonders reichhaltig ist. Für uns an der Käsetheke ist vor allem eines spannend: Aus guter Milch wird guter Käse. Und Jerseymilch bringt dafür ziemlich gute Voraussetzungen mit.
Mehr Fett, mehr Eiweiß, mehr Geschmack
Der wichtigste Unterschied liegt im Fett- und Eiweißgehalt. Die Jersey Cattle Society nennt für Jersey-Milch im Schnitt 5,45 Prozent Butterfett und 3,88 Prozent Protein. Treur Kaas gibt für die Milch der Happy Mrs. Jersey Käse sogar 5,9 Prozent Fett und 4,2 Prozent Eiweiß an. Das ist deutlich gehaltvoller als viele Standard-Milchsorten und erklärt, warum Jersey Käse so cremig, rund und vollmundig schmeckt.
Für Käse ist Eiweiß besonders wichtig, weil daraus beim Käsen die feste Struktur entsteht. Fett bringt Schmelz, Mundgefühl und Aroma. Kurz gesagt: Mehr Fett und mehr Eiweiß bedeuten nicht automatisch besseren Käse, aber sie liefern eine sehr gute Basis. Deshalb eignet sich Jerseymilch auch so gut für Butter, Joghurt, Eis, Milchschaum und eben Käse. Studien zur Käseherstellung zeigen, dass Jersey-Milch wegen ihrer höheren Nährstoffdichte bei gleicher Käsemenge weniger Milchmenge benötigen kann als Holstein-Milch.
„Jersey Käse hat diesen besonderen Schmelz, den man sofort merkt. Er wirkt vollmundig, aber nicht schwer. Gerade beim Happy Mrs. Jersey Old Wisdom finde ich spannend, dass er trotz langer Reife noch so cremig bleibt.“
Andreas, Käse- Sommelier beim Bioboten
Ist Jerseymilch automatisch A2-Milch?
Oft liest man bei Jersey-Kühen auch das Stichwort A2-Milch. Dabei geht es nicht um Fett oder Laktose, sondern um das Milchprotein Beta-Casein. Die zwei bekanntesten Varianten heißen A1 und A2. A2-Milch enthält nur die A2-Variante des Beta-Caseins. Jersey-Kühe haben häufiger A2-Gene als Holstein-Kühe, aber nicht jede Jersey-Kuh ist automatisch A2A2 getestet. Darum formulieren wir es lieber sauber: Jerseymilch ist häufig A2-geprägt, aber Jersey Käse ist nicht automatisch ein zertifiziertes A2-Produkt.
Bekömmlichkeit: Was man wissen sollte
Und wie sieht es mit der Bekömmlichkeit aus? Einige Studien deuten darauf hin, dass Milch mit ausschließlich A2-Beta-Casein bei manchen Menschen weniger Verdauungsbeschwerden auslösen kann als Milch mit A1 und A2. Trotzdem bleibt A2-Milch normale Kuhmilch. Sie enthält Laktose und Milcheiweiß. Wer eine echte Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie hat, sollte also nicht einfach davon ausgehen, dass Jersey Käse automatisch passt. Beim Happy Mrs. Jersey Old Wisdom im Biobote-Shop sind Milch und Laktose als enthaltene Allergene aufgeführt.
Warum Jersey Käse so schön cremig-gelb ist
Spannend ist auch der Farbton. Jerseymilch kann durch ihren natürlichen Carotingehalt etwas gelblicher wirken. Das sieht man je nach Käse mal mehr, mal weniger. Dieser warme Farbton passt gut zum Geschmack: cremig, leicht süßlich, buttrig und je nach Reife auch nussig oder würzig.