Linsen richtig kochen: Wasser, Salz und Säure
Wasche die Linsen zunächst in einem feinen Sieb. Gib sie anschließend mit ausreichend Wasser in einen Topf. Wenn die Linsen später abgegossen werden, kannst du großzügiger mit Wasser arbeiten. Bei Dal, Suppe oder Eintopf bleibt die Flüssigkeit dagegen Teil des Gerichts.
Bringe das Wasser zum Kochen und reduziere anschließend die Hitze. Die Linsen sollten sanft köcheln. Stark sprudelndes Wasser lässt vor allem geschälte Sorten schneller zerfallen.
Der alte Küchentipp, Linsen grundsätzlich erst nach dem Kochen zu salzen, ist überholt. Salz oder Gemüsebrühe dürfen direkt ins Kochwasser. Laut BZfE verlängert Salz die Garzeit nicht. Säure verhält sich anders: Essig, Zitronensaft und Tomaten können das Weichwerden bremsen. Sie kommen deshalb erst gegen Ende der Kochzeit dazu.
Die Kochzeiten sind immer Richtwerte. Alter, Lagerung und Sorte beeinflussen, wie schnell eine Linse gar wird. Probiere deshalb einige Minuten vor dem Ende der angegebenen Kochzeit. Die Angabe auf der Verpackung hat Vorrang.
Nährwerte und gesundheitlicher Nutzen
Linsen liefern pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, langsam verdauliche Kohlenhydrate und nur wenig Fett. Dazu kommen unter anderem Vitamin B1, Vitamin B6, Folat, Eisen, Magnesium und Zink. Durch die enthaltenen Ballaststoffe und unverdaulichen Kohlenhydrate steigt die Blutzuckerkonzentration nach einer Linsenmahlzeit vergleichsweise langsam an.
Wichtig ist der Unterschied zwischen trockenen und gekochten Linsen. Beim Kochen nehmen die Körner viel Wasser auf und werden schwerer. Deshalb ist der Eiweißgehalt pro 100 Gramm bei gekochten Linsen niedriger als bei der trockenen Ware. Die Nährstoffe verschwinden dabei nicht einfach, sondern verteilen sich auf das höhere Gewicht.
Hülsenfrüchte machen außerdem lange satt. Ihre Ballaststoffe dienen den Darmbakterien als Nahrung und können ein vielfältiges Darmmikrobiom unterstützen. Wer bisher nur selten Linsen isst, sollte die Portionsgröße trotzdem langsam steigern.
Warum können Linsen Verdauungsprobleme verursachen?
Linsen enthalten viele Ballaststoffe und bestimmte schwer verdauliche Kohlenhydrate, zum Beispiel Stachyose. Diese werden im Dünndarm nicht vollständig zerlegt und gelangen weiter in den Dickdarm. Dort bauen Darmbakterien sie ab. Dabei entstehen Gase, die bei empfindlichen Menschen Blähungen, Völlegefühl oder Bauchdrücken verursachen können.
Das ist zunächst ein normaler Verdauungsvorgang und nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass Linsen grundsätzlich nicht vertragen werden. Wer bisher nur selten Hülsenfrüchte isst, beginnt am besten mit einer kleinen Portion und steigert die Menge langsam. Der Darm kann sich mit der Zeit an die zusätzlichen Ballaststoffe gewöhnen.
Geschälte rote und gelbe Linsen sind häufig leichter verträglich. Größere Sorten kannst du einweichen. Das Einweichwasser wird anschließend weggeschüttet und durch frisches Wasser ersetzt. Auch sehr weiches Garen oder Pürieren kann helfen. Gewürze wie Kümmel, Fenchel, Majoran, Anis und Bohnenkraut passen geschmacklich gut und werden traditionell für eine bessere Bekömmlichkeit verwendet.