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Willkommen
Nach dem 2020 veröffentlichten Welternährungsbericht der Vereinten Nationen waren 2019 knapp 690 Millionen Menschen weltweit von Hunger betroffen. Gleichzeitig zeigte eine viel zitierte FAO-Studie, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel verloren geht oder verschwendet wird – rund 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Viele Lebensmittel kommen also nicht dort an, wo sie eigentlich ankommen sollten: auf den Tellern.
Auch für Deutschland zeigen Berechnungen ein enormes Ausmaß: Laut der WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“ landeten mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll oder gingen entlang der Wertschöpfungskette verloren. Das entsprach fast einem Drittel des damaligen Nahrungsmittelverbrauchs von 54,5 Millionen Tonnen. Fast zehn Millionen Tonnen davon galten nach der WWF-Berechnung als vermeidbar. Umgerechnet entsprach dies 313 Kilogramm genießbarer Nahrungsmittel pro Sekunde – von Verlusten nach der Ernte und bei der Weiterverarbeitung bis hin zu Handel, Gastronomie und privaten Haushalten.
Warum landen Lebensmittel im Müll?
Die Ursachen für Lebensmittelverschwendung sind vielfältig:
Gemeinsame Anbauplanung
Wir beim Bioboten sichern unseren regionalen Bio-Erzeugern einen fairen und festen Preis für ihre Ware zu. Das beginnt schon bei der gemeinsamen Anbauplanung. Für die gemeinsam geplanten Mengen geben wir unseren Erzeugern eine verlässliche Abnahmezusage und halten am vereinbarten Preis fest – auch wenn die Ernte einmal anders ausfällt als erwartet, zum Beispiel wenn der Blumenkohl kleiner ist. Und auch bei einem besonders guten Erntejahr lassen wir unsere regionalen Bio-Erzeuger nicht allein: Gibt es mehr Ware, als im eigenen Hofgeschäft verkauft werden kann, nehmen wir nach Möglichkeit zusätzliche Mengen als Angebot oder für eine unserer Abo-Kisten auf.
Bei der laufenden Ernte orientieren sich unsere Erzeuger an den tatsächlichen Bestellungen. Jeden Morgen schaut sich unser Einkaufsteam eure Bestellzahlen an und gibt diese an unsere Erzeuger weiter. Wenn ihr also 135 Gurken und 83 Kohlköpfe bestellt habt, wird in der Regel entsprechend dieser Mengen geerntet und zu uns geliefert. So wirken wir aktiv gegen Lebensmittelverschwendung und sorgen gleichzeitig für superfrische Ware in euren Biokisten. Eben vom Bioacker in eure Küchen.
Schönheitsfehler? Kein Problem!
Krumme Gurken, Schalenfehler beim Apfel oder kleine Kartoffeln? Für uns perfekt unperfekt. Ernten sind oft nicht planbar, etwa aufgrund des Wetters. Wir möchten nicht, dass unsere Erzeuger auf ihrer Ernte sitzen bleiben und finden auch Lebensmittel mit Schönheitsfehlern richtig lecker. Daher bekommen bei uns auch optisch unperfekte Lebensmittel eine Chance in unseren Bio-Kisten.
Unsere Kunden schätzen diese Einstellung und kennen die Infokärtchen, die manchmal in ihren Kisten liegen, um über Lieferungen zu informieren, die anzahlmäßig ausgeglichen oder rabattiert sind.
Auch du spielst eine entscheidende Rolle. In einer Welt, die Perfektion oft anstrebt, ist es wichtig zu erkennen, dass wahre Qualität nicht am Aussehen festzumachen ist. Vergleichsweise niedrige Lebensmittelpreise und die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln können dazu beitragen, dass deren Wertschätzung sinkt und noch genießbare Lebensmittel leichter weggeworfen werden. Laut einer Studie der FAO werfen Privathaushalte in Europa und Nordamerika pro Kopf 95 - 115 kg Lebensmittel in den Müll, obwohl viele dieser Lebensmittel noch genießbar sind. Hinzu kommen die ökologischen Folgen dieses Überflusses. Nach einer FAO-Berechnung verursachten Lebensmittelverluste und -verschwendung rund 3,3 Gigatonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Wären sie ein Land, würden sie damit – nach China und den USA – zu den drei größten Treibhausgasemittenten zählen.
Du kannst aktiv zur Reduzierung beitragen, indem du bewusst einkaufst und Lebensmittel richtig lagerst. Mit einer Bio-Kiste kannst du genau die Mengen bestellen, die du wirklich brauchst. Brauchst du drei Möhren, zwei Tomaten und ein Stück Käse für eine Person? Kein Problem. Dazu findest du die passenden Lagertipps für Obst, Gemüse und Käse, damit möglichst nichts unnötig verdirbt. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, ist ein richtig gelagertes Lebensmittel nicht automatisch verdorben: Bei vielen Produkten kannst du mit Sehen, Riechen und vorsichtigem Probieren prüfen, ob sie noch genießbar sind. Wichtig: Das gilt nicht für Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum ‚zu verbrauchen bis‘ – diese solltest du nach Ablauf des Datums nicht mehr verzehren.
Mit den Kisten-Rezepten und den vielen Tipps und Tricks aus unserem Blog wirst du zum Profi der Resteverwertung und findest viele Ideen, damit möglichst wenig ungenutzt im Müll landet.
Von Anfang an ist die Tafel ein wichtiger Partner des Bioboten, denn Lebensmittelverschwendung kommt uns nicht in die Tüte. Jeden Donnerstag kommen sie mit ihrem Bulli und holen das Bio-Obst und Gemüse für die Harener Tafel ab. Dabei handelt es sich um aussortiertes oder übrig gebliebenes Obst und Gemüse mit kleinen Druckstellen oder Lebensmitteln mit kurzem MHD.
Wir freuen uns, dass diese Lebensmittel so noch sinnvoll weitergegeben werden und über die Harener Tafel Menschen mit Bio-Obst, Bio-Gemüse und weiteren Lebensmitteln versorgt werden können.
Lasst uns gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen und bewusster mit unseren Ressourcen umgehen. Jeder kleine Schritt zählt!
Quellen