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Mal weich und karamellig, mal rosinig, würzig oder überraschend mild: Wir haben uns durch die Vielfalt der Datteln probiert.
Dattel ist nicht gleich Dattel. Das haben wir spätestens gemerkt, als wir auf der Messe unseren Dattellieferanten getroffen und uns durch verschiedene Sorten probiert haben. Denn neben der bekannten Medjool gibt es Datteln, die würziger, fester, milder oder deutlich weniger süß schmecken. Grund genug für uns, ein paar neue Sorten ins Sortiment zu holen. In dieser Warenkunde schauen wir deshalb genauer hin: Was unterscheidet Medjool, Deglet Nour, Ajwa, Wanan, Khidri und Kholas? Was macht Datteln in Bio-Qualität aus, welche Inhaltsstoffe bringen sie mit und wie lassen sie sich in der Küche einsetzen? Denn ob pur, im Müsli, beim Backen oder als Süße in Schokolade und Cremes, die Dattel kann deutlich mehr, als ihr unscheinbares Äußeres vermuten lässt.
Dattelsorten im Vergleich standen bei uns ehrlich gesagt lange nicht ganz oben auf der Warenkunde-Liste. Klar, Medjool ist größer als die typische Dattel aus dem Müsli. Doch auf einer Messe haben wir unseren Dattellieferanten getroffen und uns ausführlicher durch sein Sortiment probiert. Da wurde ziemlich schnell klar: Bei Datteln gibt es geschmacklich richtig viel zu entdecken. Manche erinnern an Karamell oder Toffee, andere an Rosinen, Zimt oder Kakao. Und manche sind viel weniger süß, als man es von einer Dattel erwarten würde. Grund genug, ein paar neue Sorten mit ins Sortiment zu nehmen und die Frucht einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Unbedingt, zumindest wenn es um Geschmack und Verwendung geht.
Bei Äpfeln wundert sich niemand, dass Boskoop ganz anders schmeckt als Gala. Bei Datteln werden dagegen oft alle Früchte in einen Topf geworfen. Dabei beeinflussen Sorte, Reifestufe, Anbaubedingungen und Wassergehalt die Zusammensetzung und damit auch Konsistenz und Geschmack.
Die Medjool ist groß, fleischig und weich. Ihr Aroma erinnert deutlich an Karamell. Unsere Bio-Medjool kommt aus dem Jordantal. Gerade durch ihr üppiges Fruchtfleisch ist sie pur ein toller Snack, lässt sich aber auch wunderbar aufschneiden und füllen.
Unsere Deglet Nour stammt aus Tunesien. Sie ist bereits entsteint und hat einen feinen, honigartigen Geschmack. Weil sie etwas fester ist, lässt sie sich unkompliziert klein schneiden und ins Müsli, Gebäck, Porridge oder auch in herzhafte Gerichte geben.
Die fast schwarze Ajwa fällt sofort ins Auge. Geschmacklich hebt sie sich ebenfalls ab: Sie ist vergleichsweise wenig süß und dafür kräftig aromatisch und würzig. Wer Datteln bisher hauptsächlich mit sehr intensiver Süße verbindet, sollte diese Sorte einmal probieren.
Auch die Wanan ist dunkel, dabei deutlich größer und fleischiger als Ajwa. Ihr Aroma ist angenehm mild und bringt feine Noten von Zimt und Kakao mit. Eine ziemlich besondere Kombination für eine Frucht.
Die Khidri ist kastanienfarben bis rötlich-braun und hat ein weiches Fruchtfleisch. Geschmacklich erinnert sie an Rosinen und bekommt zum Schluss eine karamellige Note.
Die goldbraune Kholas verbindet eine sanfte Süße mit Noten, die an Toffee oder Fudge erinnern. Ihr Fruchtfleisch bleibt dabei etwas bissfester. Gerade im direkten Vergleich mit Ajwa merkt man, wie weit das Aromenspektrum von Datteln reicht.
Das hängt von Sorte, Wassergehalt und Lagerung ab. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung gibt die erste Orientierung. Datteln mögen es grundsätzlich kühl und trocken. Fachliteratur beschreibt für vollreife Tamar-Datteln bei Kühlung um 0 °C Lagerzeiten von etwa 6 bis 12 Monaten.
Verpackte Datteln sind meist verzehrfertig. Wer lose Datteln kauft oder sie zusätzlich reinigen möchte, kann sie kurz unter fließendem Wasser abspülen und anschließend gut trocknen. Spezielle Waschmittel oder Natron sind dafür nicht nötig.
Ein weißlicher, kristalliner Belag kann ganz natürlich entstehen. Dabei wandert Zucker im Fruchtfleisch und kristallisiert aus. Das sogenannte „Sugaring“ verändert hauptsächlich Optik und Konsistenz. Sieht der Belag dagegen flaumig aus oder riecht die Frucht auffällig, sollte sie nicht mehr gegessen werden.
Ja. Datteln lassen sich gut verschlossen einfrieren. Gerade bei weichen Sorten kann das praktisch sein, wenn eine größere Menge länger aufbewahrt werden soll. Nach dem Auftauen kann sich die Konsistenz etwas verändern, zum Backen, Pürieren oder für Desserts sind sie weiterhin gut geeignet.
Mit Beginn der Beikost können grundsätzlich auch unterschiedliche Obstsorten kennengelernt werden. Ganze getrocknete Datteln sind für Babys wegen ihrer festen und klebrigen Konsistenz allerdings nicht geeignet. Wird Dattel verwendet, sollte sie vollständig entsteint und sehr fein püriert oder altersgerecht zerkleinert sein. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt den Beikoststart frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Monats.
Beides gibt es. Spannend ist, dass Datteln schon während der Reifung an der Palme immer mehr Wasser verlieren. Deshalb können vollreife Datteln bereits von Natur aus eine Konsistenz entwickeln, die wir mit Trockenfrüchten verbinden.
Medjool-Datteln sind groß, besonders fleischig und vergleichsweise empfindlich. Ihr Anbau ist arbeitsintensiv: Die Fruchtstände werden kontrolliert, teilweise von Hand ausgedünnt und die reifen Früchte sorgfältig geerntet und sortiert. Bei Bio-Medjool kommt hinzu, dass im Anbau nur die für den ökologischen Landbau zugelassenen Verfahren und Mittel eingesetzt werden dürfen. Das macht die Pflege der Palmen und den Schutz der Früchte aufwendiger. Größe, Handarbeit, empfindliche Ernte und Bio-Anbau erklären zusammen, warum Medjool meist deutlich teurer ist als kleinere, robustere Dattelsorten.
Auch Dattelpalmen müssen vor Schädlingen und Krankheiten geschützt werden. Im Bio-Anbau gelten dafür klare Vorgaben: Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind stark eingeschränkt, erlaubt sind nur Mittel, die für den ökologischen Landbau zugelassen sind.
Unser Lieferant NaraFood setzt auf seinen Partnerfarmen zusätzlich stark auf Vorbeugung: biologische Schädlingskontrolle, organische Düngung, Mischkulturen und regelmäßige Kontrollen der Dattelrispen. Auf einer Farm im Iran wachsen zum Beispiel Zitrusbäume zwischen den Dattelpalmen, in Saudi-Arabien werden natürliche Duftstoffe eingesetzt, um bestimmte Insekten fernzuhalten. Auch nach der Ernte werden die Früchte sorgfältig kontrolliert, aussortiert und kühl gelagert. So entsteht Bio-Qualität nicht erst auf dem Papier, sondern durch viele einzelne Schritte vom Anbau bis zur fertigen Dattel.
Für uns bedeutet Bio-Qualität bei Datteln deshalb vor allem: kontrollierter Anbau, nachvollziehbare Herkunft und möglichst natürliche Methoden vom Feld bis zur Ernte.
Datteln bestehen hauptsächlich aus Wasser und Kohlenhydraten. Ein großer Teil der Kohlenhydrate sind die natürlicherweise in der Frucht vorkommenden Zucker Glucose und Fructose. Dadurch liefern Datteln Energie in konzentrierter Form.
Doch die ganze Frucht besteht eben nicht nur aus Zucker. Datteln enthalten außerdem Ballaststoffe, kleinere Mengen Eiweiß und Fett sowie verschiedene Mineralstoffe. Zu den mengenmäßig relevanteren Mineralstoffen zählt unter anderem Kalium. Je nach Sorte und Reifestadium kann die Zusammensetzung deutlich variieren.
Ein konkretes Beispiel liefert unsere Deglet Nour. Pro 100 g enthält sie laut Nährwertdeklaration 292 kcal, 65 g Kohlenhydrate, davon 64 g Zucker, sowie 8,7 g Ballaststoffe und 1,9 g Eiweiß.
Für uns macht genau diese Kombination Datteln kulinarisch interessant: Sie bringen kräftige natürliche Süße, ein eigenes Aroma und die Bestandteile der ganzen Frucht mit.
Zum Teil ja. Und genau das ist einer dieser kleinen Fun Facts, bei denen man die Dattel anschließend ein bisschen anders anschaut.
Datteln durchlaufen verschiedene Reifestufen mit den Namen Kimri, Khalal, Rutab und Tamar. Dabei verändert sich die Frucht Schritt für Schritt. Sie wird weicher, die Farbe wird dunkler und der Wassergehalt nimmt ab. Die vollreife Tamar-Dattel hat deshalb bereits ganz natürlich einen deutlich konzentrierteren Charakter.
Für viele Rezepte ist sie eine ziemlich spannende Alternative.
Wer eine ganze Dattel püriert oder fein mahlt, nutzt nicht ausschließlich ihre Süße. Ballaststoffe, Mineralstoffe und das typische Fruchtaroma bleiben ebenfalls Bestandteil der Zutat. Haushaltszucker besteht dagegen nahezu vollständig aus Saccharose.
Geschmacklich bringt die Dattel außerdem etwas mit, das Kristallzucker nicht kann: eigene Aromen. Je nach Sorte kommen Honig, Karamell, Rosine oder Toffee ins Spiel. Gerade Brownies, Müsliriegel, Porridge, Desserts und Nusscremes profitieren davon.
Trotzdem funktioniert der Austausch nicht immer eins zu eins. Dattelpaste bringt zusätzlich Feuchtigkeit ins Rezept. Wer beim Backen Zucker durch Datteln ersetzt, muss deshalb manchmal die Flüssigkeitsmenge etwas anpassen.
Auch Dattelsirup ist praktisch, verhält sich aber anders als die ganze Frucht. Weil er flüssig und konzentriert ist, eignet er sich besonders gut zum Verfeinern von Porridge, Joghurt, Dressings oder Marinaden.
Pro: Ganze Datteln bringen neben ihrer intensiven Süße auch Aroma, Ballaststoffe und Mineralstoffe mit. Sie lassen sich pürieren, hacken oder mahlen und passen dadurch in erstaunlich viele Rezepte. Wer karamellige und fruchtige Noten mag, bekommt gleichzeitig ein zusätzliches Geschmackselement.
Contra: Die Dattel hat einen eigenen Charakter. In sehr feinem Biskuit oder knusprigen Keksen kann sie sich deshalb anders verhalten als Kristallzucker. Auch Farbe und Konsistenz verändern sich. Das ist weniger ein Nachteil als eine Frage des passenden Rezepts: Für saftige Kuchen, Riegel, Porridge, Desserts und Cremes funktioniert Dattelsüße besonders gut.
Unser Dattelsorten-Vergleich zeigt: Hinter der braunen Frucht steckt deutlich mehr Vielfalt, als man auf den ersten Blick vermutet. Medjool ist saftig und karamellig, Deglet Nour feiner und fester, Ajwa würzig, Wanan mild, Khidri rosinig und Kholas erinnert an Toffee. Gleichzeitig lassen sich Datteln pur genießen, zum Backen und Kochen verwenden oder als natürliche Süße in Schokolade und Cremes einsetzen. Welche Sorte die beste ist? Das entscheidet am Ende der eigene Geschmack. Und genau deshalb finden wir: Durchprobieren lohnt sich.
Quellennachweis
Quellen:
Für die allgemeinen Informationen zu Zusammensetzung, Reife, Ernährung und Lagerung wurden vorrangig Fachinstitutionen und wissenschaftliche Publikationen verwendet:
Europäische Kommission: Regeln für ökologische Erzeugung und Bio-Produkte.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Portionsgrößen und Einordnung von Trockenfrüchten.
Tang, Shi und Aleid, Journal of the Science of Food and Agriculture: Zusammensetzung, Reifestufen und Produkte aus Datteln.
Al-Farsi und Lee, Critical Reviews in Food Science and Nutrition: Nährstoffzusammensetzung von Datteln.
UC Davis Postharvest Research and Extension Center: Lagerung und Zuckerkristallisation bei Datteln.
Netzwerk Gesund ins Leben und NHS: Beikosteinführung und sichere Konsistenz von Trockenfrüchten für Babys.
Für Herkunft, Zertifizierung, Zutaten und Nährwerte der angebotenen Produkte wurden die aktuellen Produktinformationen von Biobote sowie für die sensorischen Beschreibungen der neuen Sorten Angaben des Lieferanten NaraFood verwendet.
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